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Chronik

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20 Jahre

 

 Chronik

 

Festrede 20 Jahre TTVSA
von Präsident Reiner Schulz
Bördelandhalle Magdeburg 31.10.2010
 

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,
werte Gäste,
 
Im Namen des Präsidiums des Tischtennis-Verbandes Sachsen-Anhalt begrüße ich alle zu dem Empfang anlässlich des 20-jährigen Bestehens des TTVSA auf das herzlichste.
 
Besonders begrüße ich unsere Gäste:
den Sportvorstand des Landessportbundes Sachsen-Anhalt Eberhard Bunzel,
vom Deutschen Tischtennis-Bund den Präsidenten Thomas Weikert und den Generalsekretär Mathias Vatheuer,
das Ehrenmitglied des Präsidiums des DTTB (den Freund des Hauses) Hans Giesecke,
die Geschäftsführerin der Tischtennis Marketing Gesellschaft Britta Gerlach
sowie
den Manager der Bördelandhalle Nico Niedziella.
 
Wir hätten uns für diesen Empfang keinen besseren Rahmen wünschen können.
Es ist ein glücklicher Umstand, dass der Termin unseres Jubiläums und der des erstmals in Deutschland stattfindenden LIEBHERR Men’s World Cup fast zeitgleich aufeinander fallen.
Ich freue mich, dass das Präsidium des DTTB u.a. sicherlich auch aus diesem Grund das Turnier in die Bördelandhalle nach Magdeburg vergeben hat oder?
 
Wenn ich auf die 20 Jahre TTVSA zurückblicke, erinnere ich mich vorwiegend an erfreuliche, an erfolgreiche Dinge und an spannende Zeiten, vor allem in der Gründungsphase.
 
Natürlich war bzw. ist nicht alles nur Sonnenschein.
Zugegeben, nur ungern erwähne ich an dieser Stelle die jüngsten Geschehnisse in unserem Verband.
 
Da sind einmal die Streitigkeiten zweier Vereine in Wernigerode.
Es ist schon erstaunlich, mit welcher Aggressivität einzelne Verbandsmitglieder die Auseinandersetzungen führen, in einer Art, dass wiederholt Sport-, Verbands- und Amtsgerichte angerufen werden.
 
Da ist aber auch das Fehlverhalten von Präsidiumsmitgliedern rund um ein Punktspiel der Kreisoberliga Harz anzusprechen.
Das in der ehrenamtlichen Tätigkeit Worte gesagt und geschrieben werden und auch Fehlentscheidungen getroffen werden, ist eigentlich unverzeihlich. Und im konkreten Fall hätte diese Handlungsweise nicht passieren dürften, sie war unbestritten falsch und sie hat dem Ansehen des Tischtennissports geschadet!
Aber, welchem Funktionär sind bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit nicht auch schon Dinge passiert, die er nachträglich am besten rückgängig machen würde, die er bitter bereut?
Und wäre es nicht menschlich fair, öffentliche Entschuldigungen der Beteiligten dann auch zu akzeptieren und den Betroffenen eine 2. Chance zu geben?
 
Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,
werte Gäste,
 
Umso angenehmer ist es für mich, die Entwicklung des TTVSA darstellen.
Dabei will ich nur einige wesentlichen Höhepunkte aufführen.
Eine ausführliche Chronik wird es in absehbarer Zeit auf unseren Internetseiten geben und ich rufe schon heute alle auf, diese aktiv mit zu gestalten.
 
Die erfreulichen, nicht für möglich gehaltenen politischen Veränderungen im Jahr 1989 hatten zur Folge, auch im Sport, im Tischtennis, neue Strukturen zu installieren.
Aus den Tischtennis-Fachausschüssen der Bezirke Magdeburg und Halle im Deutschen Tischtennis Verband der DDR musste der Fachverband Tischtennis im Deutschen Tischtennis-Bund gebildet werden.
Dazu nahm ein aus Mitgliedern der beiden BFA’s bestehender Arbeitsausschuss seine Tätigkeit auf, der mit Unterstützung der Sportfreunde Hans-Karl Bartels vom Tischtennisverband Niedersachsen und Wolfgang Behrens vom Norddeutschen Tischtennisverband zirka ein halbes Jahr lang den Gründungsverbandstag vorbereitete. Es mussten die Satzung, die Ordnungen und Ausführungsbestimmungen erarbeitet werden.
Besonders verdient hat sich dabei Sportfreund Werner Lüderitz gemacht, der all sein Wissen und seine Erfahrungen bei den Gründungsvorbereitungen einbrachte.
 
Folgerichtig wurde Werner Lüderitz dann auch auf dem Gründungsverbandstag am 7. Oktober 1990 in Dessau zum ersten Präsidenten des TTVSA gewählt.
 
Ich freue mich, einige Gründungsmitglieder des ersten Vorstandes hier in dieser Runde recht herzlich begrüßen zu können. Es sind dies:
    Hannelore Strecker,
    Werner Lüderitz,
    Dr. Lutz Boegelsack,
    Erhard Fink,
    Günter Wadewitz,
    Hannfried Buchholz,
    Werner Hubig und
    Hilmar Lüdicke.
 
Nachdem noch im Oktober 1990 die Aufnahme des TTVSA in den Deutschen Tischtennis-Bund und einen Monat später auch in den Norddeutschen Tischtennis Verband erfolgte, stand der Vorstand vor der großen Aufgabe, die gefassten Beschlüsse des Gründungsverbandstages in die Tat umzusetzen.
Dies bedeutete:
die Ablösung der Bestimmungen des DTTV durch die Wettspielordnung des DTTB,
die geografische Einteilung der Vereine in 4 Spielbezirke,
die Einrichtung einer Geschäftsstelle,
die Herausgabe des 1. Handbuches,
die Vorbereitung des Einzel- und Mannschafts-Spielbetriebes für die Saison 1991/92 und
die Bestimmung eines Geschäftsführers sowie eines Landestrainers.
 
Ab 1. Januar 1991 nahmen Adolf Strecker als Geschäftsführer und Günter Spott als Landestrainer ihre hauptamtlichen Tätigkeiten auf.
Beide begrüße ich ebenfalls recht herzlich.
 
Endlich war es der Sportart Tischtennis wieder möglich, Plätze an den Sportschulen des Landes zu besetzen. Ab September 1991 besuchten 6 Jungen und 2 Mädchen das Sportgymnasium in Halle.
 
In die Saison 1991/92 starteten je 4 Damen- und Herren-Mannschaften des Landes in der Oberliga des Norddeutschen Tischtennis Verband. Diese hatten sportlich den erwartet schweren Stand.
Mit „Chemie Leuna“ bei den Damen und „PSV Halle“ bei den Herren schafften nur 2 Vereine nach dem ersten Spieljahr den Klassenerhalt.
Für das Jahr 1993 wurde in Sachsen-Anhalt die erste Kreisgebietsreform beschlossen.
In Auswirkung dessen mussten neue Tischtennis-Kreis- und Stadtverbände gegründet sowie neue Vorstände gewählt werden, die dann auch als „e.V.“ in das Vereinsregister des Landes aufgenommen wurden.
 
Auf dem 4. Verbandstag 1996 in Halle-Lettin wurde beschlossen, dass der Verbandstag nicht wie bisher alle 2 Jahre sondern zukünftig alle 4 Jahre einberufen wird.
Zwischenzeitlich sollte jährlich eine Sitzung des neu gebildeten Beirates stattfinden.
Bei den Wahlen wurde als Präsident Werner Lüderitz und die meisten Vorstandsmitglieder in ihren Funktionen bestätigt.
Als Jugendwart wurde für Hannfried Buchholz Frank Thomas und als Schatzmeister für Günter Wadewitz Dieter Hebenstreit neu in den Vorstand gewählt.
 
Am 1. Oktober 1996 löste Andreas Fricke Adolf Strecker als Geschäftsführer ab und Ende des Jahres erfolgte der Umzug der Geschäftsstelle in Halle von der Julius-Ebeling-Straße in das Verwaltungsgebäude der Halloren-Schokoladenfabrik in der Delitzscher Straße.
 
Im Jahr 1997 fanden dann auch die ersten regionalen und nationalen Tischtennisveranstaltungen in Sachsen-Anhalt statt:
Das waren im Februar in Querfurt die Norddeutschen Einzelmeisterschaften der Damen und Herren und im Juni in Wolmirstedt die Deutschen Senioren- Mannschaftsmeisterschaften.
 
Im Juni 1998 tagte der DTTB-Hauptausschuss erstmals in unserem Bundesland und zwar in Halle-Neustadt.
An dieser Stelle ein paar Worte zur Entwicklung der Beziehungen der Tischtennis- Verbände aus Ost und West:
Die Verschmelzung des DTTV mit dem DTTB erfolgte weitgehend reibungslos und harmonisch. In den wenigen kritischen Situationen ging es vorwiegend um finanzielle
und materielle Probleme im TTVSA.
 
Zuschüsse des DTTB für die Geschäftsstellenausstattung und die Finanzierung der Landestrainerstelle halfen uns da sehr weiter.
 
Auch unserer Forderung, viele werden sich daran erinnern, entgegen der Wettspielordnung des DTTB, die vielerorts noch in Massen vorhandenen Tischtennisbälle der Marke „Double Happiness“ bis zum Verbrauch weiterhin im Wettkampfbetrieb einsetzen zu können, wurde stattgegeben.
 
In dieser Zeit fanden wir für unsere Belange im Präsidium des DTTB vor allem bei den Sportfreunden Hans-Wilhelm Gäb und Hans Giesecke ein offenes Ohr.
Dafür unseren herzlichen Dank.
 
Im März 2000 sollten nach dem Vergabeplan des DTTB die 68. Deutsche Meisterschaften in Sachsen-Anhalt stattfinden. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung hatte das TTVSA-Präsidium noch nie ausgerichtet.
 
Das erste Problem, die Suche nach einem geeigneten Austragungsort, konnte mit der Bördelandhalle in Magdeburg schnell gelöst werden.
Beim zweiten Problem, dem finanziellen Risiko, gab es, auf Grund der schmalen Kasse, schon ausführliche Aussprachen. Das sich das Präsidium letztendlich für die Durchführung entschied, lag sicherlich auch an den Worten von Dr. Lutz Boegelsack: “Wenn das andere schaffen, muss es doch auch uns möglich sein“.
 
Die Meisterschaft wurde aus unserer Sicht ein voller Erfolg, auch finanziell.
In der Organisation hat sich Dr. Lutz Boegelsack besondere Verdienste erworben und im Präsidium wurde die Lust auf mehr geweckt.
 
Heute wissen wir, dass mit den GERMAN OPEN 2002 und 2005 sowie dem World Team Cup 2007 weitere Tischtennis-Großveranstaltungen in der Bördelandhalle erfolgreich durchgeführt wurden.
Ich hoffe, dass man das heute Abend auch vom LIEBHERR Men’s World Cup sagen kann.
Und schon jetzt kann ich die Absicht des TTVSA-Präsidiums verkünden, spätestens im Jahr 2013 wiederum ein hochkarätiges Turnier nach Magdeburg zu holen.
Alle diese Veranstaltungen waren nur möglich dank der hervorragenden Unterstützung der Stadt Magdeburg und der Mitwirkung der vielen ehrenamtlicher Helfer aus der Region.
Besonders will ich auch die immer wieder gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Team der Tischtennis Marketing Gesellschaft erwähnen.
 
Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,
werte Gäste,
 
Auf dem 5. Verbandstag im Mai 2000 in Magdeburg wurde zur Straffung der Leitungstätigkeit anstelle des Vorstandes ein Präsidium als Exekutive gebildet, Dr. Lutz Boegelsack als neuer TTVSA-Präsident gewählt und Werner Lüderitz zum Ehrenpräsident ernannt.
 
Auf dem 6. Verbandstag in Dolle wurde dann mir das Vertrauen als Präsident ausgesprochen und Dr. Lutz Boegelsack wurde ebenfalls zum Ehrenpräsidenten ernannt.
 
Nachdem 14 Jahre lang der Wettspielbetrieb im TTVSA mit den 4 Regionen durchgeführt wurde, mussten ab der Saison 2007/08 nach dem Kommunalneugliederungsgesetz wiederum neue Strukturen geschaffen werden.
Die Einteilung des Landes in nur noch 3 Regierungsbezirke und 14 Kreise
bedeutete wiederum Neuwahlen für die Tischtennis- Stadt- und Kreisvorstände und Neueinteilung der Staffeln auf Kreis- und Landesebene.
Auch diese Umstrukturierung haben wir gemeinsam bewältigt, wenn auch nicht im Sinne eines jeden Vereins.
 
Ebenfalls zu Beginn der Saison 2007/08 wurde das Ergebniserfassungsprogramm „click-TT“ auf allen Ebenen im TTVSA eingeführt. Heute können wir alle stolz sein, damals zusammen eine so kühne Entscheidung pro „click-TT“ getroffen und die Einführung so gut gemeistert zu haben.
 
Die Jahre 2008 und 2009 waren geprägt durch die Diskussion um die Reformpläne für neue Strukturen im Deutschen Tischtennis-Bund. Gegen die von den großen Verbanden Bayern, Württemberg-Hohenzollern, Hessen, Niedersachsen und dem Westdeutschen Verband initiierten Veränderungen gab es heftigen Widerstand im Seniorenbereich aber auch Zustimmung aus dem Nachwuchs- und Erwachsenen- Bereich.
Im Ergebnis der Reformbeschlüsse bilden ab diesem Spieljahr die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt die Region 8, die sich ab sofort besser „MTTV – Mitteldeutscher Tischtennis Verbund“ nennt und „Mitteldeutsche Meisterschaften“ in allen Altersklassen durchführt.
 
Die Verantwortlichen der 3 Landesfachverbände konnten sich in harmonisch verlaufenden Tagungen sehr schnell auf Konzepte zur Organisation des Individual-Spielbetriebes zunächst für diese und die nächste Saison einigen.
 
Die leistungssportliche Situation im TTVSA kann uns alle nicht zufrieden stellen. Noch immer sind die Auswirkungen der vernachlässigten Förderung des Tischtennis-Leistungssports zu DDR-Zeiten zu spüren. Die demografische Entwicklung im Land, neues Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen, veränderte Schulpolitik, fehlende qualifizierte Übungsleiter und finanzielle Zwänge sind nur einige Gründe, die es den Vereinen nicht einfach machen, leistungsstarke Nachwuchsabteilungen aufzubauen.
 
Dass es jedoch möglich ist, bewiesen im Jahr 2005 die Mädchen des TTC Wolmirstedt.
In einem spannenden Finalturnier holten sie sich den Titel eines Deutschen Mannschaftsmeisters.
 
Wir wollen und dürfen jedoch in unseren Bemühungen nicht nachlassen, die Ausbildung des Nachwuchses zu verbessern. Das sind wir der jetzigen jungen Generation schuldig. Es gab und es wird immer wieder Talente geben, die es gilt, sportlich zu fördern sowie materiell und finanziell zu unterstützen.
 
Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,
werte Gäste,
 
am 20. November gibt es im Tischtennissport Sachsen-Anhalt ein weiteres Jubiläum zu begehen:
An diesem Tag vor genau 10 Jahren wurde auf Initiative von Dr. Lutz Boegelsack in Quedlinburg der „Verein zur Förderung des Tischtennissportes im Land Sachsen-Anhalt e.V.“ gegründet.
Mit den Spenden und Beiträgen können jährlich, wenn auch in bescheidenem Umfang, Projekte im Nachwuchsbereich des TTVSA finanziell unterstützt werden.
Es wäre für uns sehr hilfreich, weitere Vereinsmitglieder zu gewinnen.
 
Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die jahrelang, viele sogar jahrzehntelang, mit ihrer konstruktiven Mitarbeit einen Beitrag zur Entwicklung des Tischtennissportes in Sachsen-Anhalt geleistet haben.
Wir sollten uns im Klaren sein, dass die ehrenamtliche Tätigkeit die Garantie für die Existenz des Sportes ist.
Und ich rufe alle auf, lasst uns gemeinsam die Zukunft des Tischtennis-Verbandes Sachsen-Anhalt gestalten.
 
Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.